Judith Grümmer

Jahrgang 1958, Hörfunkjournalistin und Autorin, wird zunächst als Gastmutter eines bolivianischen Austauschschülers neugierig, lässt sich auf das Reiseabenteuerland Bolivien ein und bereist mit Mann und drei Kindern – der jüngste Sohn ist gerade neun Jahre – mit Rucksack und öffentlichen Bussen das Land. Und kommt bald darauf wieder: Sprachlos, weil zunächst ohne Spanischkenntnisse, nach zwanzig Jahren Berufs- und Familienleben erstmals nur sich selbst verantwortlich, erlebt sie, dass es nie zu spät ist, um eine neue Fremdsprache zu lernen und sich als Freiwillige im Auslandseinsatz zu engagieren. Und weil sie als Journalistin dann doch die Finger nicht von Mikrofon und Schreibblock lassen kann, sammelt sie bolivianischen Geschichten und Begegnungen. Und wird auch in Zukunft immer wieder  zurückkehren, um den Wandel Boliviens weiterhin zu dokumentieren.
Website von Judith Grümmer

 

Der Präsident ist weit. Leben in einem bolivianischen Andental

Ein Feature von Judith Grümmer,
Westdeutscher Rundfunk, WDR5

Wer Alcalá und El Villar auf der Landkarte finden will, muss schon ganz genau hinschauen. Die beiden Dörfer liegen fünf und sieben Busstunden von der nächsten Stadt entfernt – und sehr weit von der bolivianischen Hauptstadt La Paz. Hier geht das Leben seinen ganz eigenen Gang, geprägt durch harte Arbeit und viele Feiern. Doch die Menschen träumen nicht nur von einem besseren Leben. Die Aktiven im Dorf setzen der anhaltenden Landflucht tatsächlich etwas entgegen. Und so wächst mit dem allmählichen Fortschritt, mit Elektrizität, Internet und Telefon auch die Überzeugung, dass sie jetzt endlich auch hier die Zukunft des Landes mit gestalten können. Hier können Sie das Feature nachhören

Fluchtpunkt Sucre. Eva de Vilar über ihre Emigration nach Bolivien

In der Reihe "Erlebte Geschichten", Westdeutscher Rundfunk, WDR 5
Autorin: Judith Grümmer, Redaktion: Mark vom Hofe

Eva de Vilar hieß noch Kassewitz und war neun Jahre alt, als sie mit ihren Eltern die „Patria“ bestieg, das Schiff, das ausgerechnet auf den Namen „Vaterland“ hörte, mit dem sie Deutschland und Europa nach Bolivien verließ. 1930 in Pforzheim geboren, verlor ihr Vater 1933 aus „Rassegründen“, wie sie sagt, seine Arbeit. In Leipzig an einer israelitischen Schule erhielt er eine neue Beschäftigung. Dort lebte die Familie, bis die Reichskristallnacht 1938 das endgültige Aus bedeutete und Evas Vater verhaftet und für fünf Wochen nach Buchenwald geschickt wurde. Durch glückliche Umstände und über entfernte Familienbande ergab sich die Möglichkeit, nach Bolivien auszuwandern, wo die Familie in Sucre leben und der Vater in einer Möbel- und Zigarrenfabrik Arbeit finden sollte – das Visum betrachtete die Familie trotz der ungewissen Zukunft als eine große Befreiung.

Zum Nachhören: www.wdr5.de/sendungen/erlebte-geschichten/s/d/21.03.2010-07.05/b/fluchtpunkt-sucre-100321.html

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Mosaico Boliviano – Bolivien in Reportagen, Interviews und Momentaufnahmen

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Sucre/Köln 2011, 17 x 24 cm, 220 Seiten, zahlreiche farbige, teils ganzseitige Abbildungen, broschiert. Deutsch/Spanisch. ISBN 978-3-00-033447-4. März 2011. [D] 29,80 Euro; [AT] 30,70 Euro; [CH] 49,90 CHF. Hier bestellen...